Nächste Etappe für Feuerwehrhaus Bigge-Olsberg

Nächste Etappe für Feuerwehrhaus Bigge-Olsberg: Breite Mehrheit stimmt für überarbeiteten Vorentwurf
Nächste Etappe für Feuerwehrhaus Bigge-Olsberg: Breite Mehrheit stimmt für überarbeiteten Vorentwurf

Olsberg: Am Ende gab es Applaus von den – wiederum zahlreich anwesenden – Feuerwehr-Aktiven des Löschzugs Bigge-Olsberg, als der Stadtrat mehrheitlich den Vorentwurf für „ihr“ neues Feuerwehrhaus beschlossen hatte – und es dürfte etwas Erleichterung mitgeschwungen haben. Denn die Ratsmitglieder hatten sich auch mit den deutlich überarbeiteten Planungen schwergetan – trotz einer spürbar reduzierten Baukosten-Prognose.

Mit rund 10,6 Mio. Euro Kosten rechnet Architekt Heinrich Brinkhus, der die Planungen auch den Ratsmitgliedern vorstellte, aktuell – statt mit 13,1 Mio. Euro. Diese Zahl stieß noch im März bei den Ratsmitgliedern auf deutliche Kritik – und den Auftrag, den Vorentwurf zu überarbeiten. Allerdings: Auch jetzt stellten die Zahlen nur eine Prognose dar, erläuterte Heinrich Brinkhus, da man sich in der Vorentwurfs-Phase befinde – erst im weiteren Verlauf werden sie sich weiter konkretisieren. Mögliche Preissteigerungen oder Risiko-Zuschläge sind in der Kalkulation nicht enthalten.

Erreicht werden konnten die Einsparungen vor allem durch Veränderungen des Gebäude-Grundrisses und der Außenanlagen. So wird auf eine Umfahrung des Gebäudes ebenso verzichtet wie auf eine Umzäunung. Die Zahl der Stellplätze soll nur 57 betragen – für die unmittelbaren Einsatzkräfte. Das Gebäude selbst wird Richtung Westen verschoben und der Kopfbau um sieben Grad gedreht. Veränderungen gibt es auch an der Fahrzeughalle, in die das Lager integriert wird. Im Kopfbau, unter anderem der Schulungs-, Büro- und Besprechungsräume enthält, werden Räume zusammengelegt und multifunktional genutzt.

Durch die Neuplanungen konnte die Brutto-Grundrissfläche von anfangs 2.085 auf nun 1.749 Quadratmeter reduziert werden. Nach wie vor, so die Empfehlung, solle der Kopfbau – also das Sozialgebäude – in zweigeschossiger Bauweise angelegt werden – wegen des geringeren Grundflächen- sowie Energieverbrauchs. Ebenso sprach sich die Verwaltung für eine Massiv- – und nicht für eine Holzbauweise – aus, um Kostenersparnisse zu erreichen.

Auch weiterhin, so Architekt Brinkhus, orientieren sich Gebäudeaufbau und Anordnung der Räume an den Einsatzabläufen der Freiwilligen Feuerwehr – die Wehrleitung war in die Planungen stets eingebunden. Vor der Sondersitzung wurde der Entwurf bereits in der Baukommission vorgestellt und intensiv diskutiert.

Für die SPD führte Fraktionsvorsitzender Helmut Kreutzmann aus, dass man den Handlungsbedarf und auch die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr anerkenne. Dennoch könne man dem Entwurf nicht zustimmen: Der Verzicht auf Kostensteigerungen und Risikozuschläge in der Kalkulation sei „einigermaßen realitätsfremd“ – es werde mit Sicherheit zu Mehrkosten kommen, die dann über die Steuersätze zu steigenden Belastungen für die gesamte Bürgerschaft – und auch die Feuerwehr-Aktiven – führe. Gemeinsam mit den anderen Projekten, die hohe Investitionen erfordern, werde „über die Zukunftsfähigkeit der Stadt Olsberg entschieden“. Daher sei eine „restriktive Ausgabenpolitik“ notwendig.

Die Kritik der SPD führte wiederum zur Kritik von Bürgermeister Wolfgang Fischer: Es reiche nicht aus, die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr nur mit Worten wertzuschätzen, ohne Alternativen für die Umsetzung des Feuerwehrhauses aufzuzeigen: „Wir werden hier für unsere Feuerwehr zukunftsweisende Entscheidungen treffen müssen.“

Auch die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen sparte nicht mit Kritik. So widerspreche der einfache Vorschlag eines Verzichts auf Holzbauweise einem früheren Ratsbeschluss, nach dem bei jedem Gebäude die Bauweise intensiv geprüft und dem Ausschuss Planen und Bauen zur Entscheidung vorgelegt werden müsse. Aus Protest gegen dieses Vorgehen kündigte Karl-Heinz Weigand an, an der Abstimmung nicht mitzuwirken. Auch hier erwiderte Bürgermeister Fischer, dass eine mögliche Holzbauweise intensiv geprüft und in der Baukommission auch diskutiert worden sei – dass man aber wegen der höheren Kosten darauf verzichten wolle. Und am Ende komme es auf die Entscheidung aller Bürgervertreterinnen und -vertreter an: „Das beschlussfassende Gremium ist der Rat.“

CDU-Fraktionschefin Sabine Menke würdigte vor allem die intensiven Beratungen zum Großprojekt: „Alles, was wir hinterfragen konnten, wurde auf den Prüfstand gestellt.“ Es blieben bei der Finanzierung „Bauchschmerzen“ – aber es gelte auch, ein Gebäude zu erstellen, das für die Zeit von 50 bis 60 Jahren eine gute Feuerwehr-Arbeit ermögliche. Gleichzeitig schlug sie vor, für den Verzicht auf Holzbauweise ökologische Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen – entsprechende Projekte könnten im Klimabeirat entwickelt werden. Man solle die derzeit günstigen Rahmenbedingungen für Bau-Projekte nutzen, um den Bau des Feuerwehrhauses voranzutreiben: „Politische Entscheidungen brauchen Mut.“

Am Ende sprach sich eine deutliche Mehrheit aus CDU, FDP und Linken-Ratsmitglied Günter Villnow mit 19 Stimmen für den Vorentwurf aus – SPD und Grüne lieferten die 8 Gegenstimmen. Bis September, so der weitere Zeitplan, könnte nun der Entwurf fertiggestellt und beschlossen werden, bevor dann im Oktober der Bauantrag eingereicht werden soll. Der Baubeginn ist für den April 2025 vorgesehen.

 

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Bild: Mit breiter Mehrheit beschloss der Stadtrat jetzt den überarbeiteten Vorentwurf für den geplanten Neubau des Feuerwehrhauses für den Löschzug Bigge-Olsberg.

 

Quelle: Stadt Olsberg
Bildnachweis: geising + böker Architekten